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Assassinīs Creed 2 Xbox 360 Spieletest - Review - Preview

Assassinīs Creed 2 Spieletest - Review für die Xbox 360 - Verrat, Intrigen, Mord und verdammt hübsche Frauen...

Redakteur: Gitta Schulze - Datum: 21.02.10
Verrat, Intrigen, Mord und verdammt hübsche Frauen...
Mein Name ist Ezio Auditore
Ich bin ein Assassine...und übrigens wirkt Schafsurin gut gegen Hühneraugen

Die Geburt verlief ohne Komplikationen. Als strammer, gesunder Junge empfing mich mein Vater mit glänzenden Augen und gab mir den Namen Ezio ... Ezio Auditore. Meine Kindheit kann ich nur als schön bezeichnen – Vater und Mutter lernten mir die wichtigsten Gepflogenheiten, mein älterer Bruder wies mich in die hohe Kunst des Strassenkampfes ein, wofür die Söhne der familiären Erzrivalen gelungene Opfer darstellten. Ich kann von Glück reden, dass Schönheit bei uns in der Familie zu liegen scheint, denn die Frauen liegen mir zu Füßen, ohne, dass ich mich groß anstrengen müsste.

Assassinīs Creed 2 - Xbox 360 Screenshots

Assassinīs Creed 2 - Screenshot zum Spieletest - Review Assassinīs Creed 2 - Screenshot zum Spieletest - Review Assassinīs Creed 2 - Screenshot zum Spieletest - Review Assassinīs Creed 2 - Screenshot zum Spieletest - Review Assassinīs Creed 2 - Screenshot zum Spieletest - Review
Ein schöner sonniger Sommertag
In der Stadt herrscht reges Treiben. Was liegt da näher, als mit meinem Bruder die Strassen unsicher zu machen? Gemeinsam streunen wir durch Florenz, machen lustige Späße über alles und jeden, werten hübsche Weibsbilder aus und freuen uns unseres Daseins. Leider treibt das fantastische Wetter auch die Ratten aus ihren Löchern. Im Speziellen ziele ich da auf unsere Erzrivalen ab. Seit gefühlten Äonen von Jahren liegen unsere Familien im Streit. Eine Partei von Beiden sollte der Stadt den Rücken kehren, wollen alle in Frieden leben. Mit Sicherheit werden das aber nicht die Auditores sein! Dafür kämpfe ich – mit vollem Einsatz...und das am Besten jetzt. Die Situation ist denkbar günstig, sehe ich doch gerade mit meinen müden Augen die Feinde samt buckliger Anhänger auf uns zukommen. Der Tag hätte so schön sein können.

Selbstredend muss sich der Anführer der „Buckligen“ in alter Gewohnheit vor seinen Mitläufern durch flotte Sprüche gegen mich profilieren. Aber hey... ich bin ein Auditore! Eine Art Endgegner, wenn man so will. Nicht dumm, kontere ich trocken, dass seine Schwester im Bett nicht gerade die Beste war. Ja, richtig gelesen... solche „Deine Mutter/Schwester“-Sprüche waren auch damals bei uns schon total IN. Und sie tun ihre Wirkung – der Kampf beginnt. Des harten Trainings mit meinem Bruderherz sei Dank, sind die Großfressen schnell zu Boden gebasht. The last man standing werfe ich mit gekonntem Schwung sogar gleich noch über die Brücke ins kühle Nass. Manche Leute lernen´s einfach nicht. Eine weitere klägliche Niederlage – wie sollte es auch anders sein?
Abends liefere ich mir gegen meinen Bruder noch ein paar Gebäude-Erklimm-Rennen, um in Form zu bleiben und meinen stählernen Body zu knechten. Damn! Nach einigen Versuchen hab ich ihn endlich mal geschlagen. Auf der Spitze einer der höchsten Türme der Stadt im Mondenschein dunkelster Nacht redet mir mein Bruder ins Gewissen, unser Leben sollte langsam in geordneteren Bahnen verlaufen und das Risiko dem Verstand weichen. Ehrlich gesagt, frag ich mich, was das Gerede soll. Ich bin jung, dynamisch und voller Tatendrang – ich will was erleben!

Er drängt mich, den Heimweg anzutreten, da sich Vater sonst unnötig sorgt. Die Nacht hat gerade mal die frühesten Morgenstunden erreicht und ich hab Besseres zu tun, als brav nach Hause zu trotten! Der Grund sind 2 wunderschöne Augen, sinnliche Lippen und 2 weitere schlagende Argumente. Lachend zieht mein Bruderherz von Dannen und ich stratze über die Dächer meiner Angebeteten entgegen. Als meine fordernden Rufe durch die Nacht zum Zimmer der holden Maid dringen, werde ich schnell eingelassen und versüße mir die Zeit bis zum Morgengrauen zwischen warmen Schenkeln. Erschöpft schlafe ich ein...

Die raue Männerstimme reißt mich jäh aus meinen Träumen, die Tür fliegt auf. Kaum hab ich meine Klamotten weggeklaubt und hechte mich wie ein 10-Meter-Turmspringer aus dem Fenster, kann ich nur noch die drohenden Worte des Herrn Vater meiner nächtlichen Bespaßung vernehmen. Schwein gehabt! Erleichtert trete ich den Heimweg an. Ein Ärgernis kommt selten allein. Im heimischen Hof sitzt meine Schwester auf der Bank und weint gar bitterlich. Frauen sind doch stellenweise wirklich zu sentimental. Unter Tränen schüttet erzählt sie mir, dass ihr zu Ohren kam, ihr Freund hätte noch andere Liebschaften. Da fackel ich doch nicht lange und mache mich umgehend auf die Suche nach dem Übeltäter. Unweit unseres Domizils finde ich das miese Stück turtelnd mit einer netten Fetten mitten auf dem Markt. Wie frech kann man sein? So nicht, mein Freund!...denke ich noch bei mir und hau ihm ordentlich was ins Gesicht. Langsam kann ich sein herzzerreißendes Gewimmer nicht mehr ertragen und gebe ihm noch den weisen Ratschlag, in Zukunft seine dreckigen Finger von meiner Schwester zu lassen. Jeden Tag eine gute Tat. Zurück zu Hause berichte ich meiner Schwester von der erfolgreichen Mission. Endlich kann sie wieder lächeln. Gern würde ich mich etwas ausruhen, da ruft auch schon mein Vater nach mir. Prompt krieg ich einen Rüffel wegen der Schlägerei am Vortag und dem nächtlichen Beischlaf. Man, das ist wirklich wie auf dem Dorf hier. Alle wissen schon gestern, was ich morgen gemacht habe. Als Wiedergutmachung soll ich für ihn einige versiegelte Briefe in der Stadt ausliefern. Nichts leichter als das. Ich mach mich auf die Strümpfe und werde kurz noch von meiner Frau Mutter aufgehalten. Wie Mütter so sind, habe ich auch jetzt noch eine Rüge einzustecken. Sie findet mein Verhalten zu wild. Als ich ihr sage, ich müsste meinen Tatendrang ja auch irgendwie ausleben, fragt sie mich doch glatt, ob das dann ausgerechnet durch Vaginas bewerkstelligt werden muss. „Ich meinte Ventile, nicht Vaginas, MUTTER!!!“ Kopfschüttelnd verlasse ich endgültig den Hof und wende mich meiner Botenpflicht zu. Bis dato wusste ich nicht, ob mein Vater Geheimnisse vor mir hat. Angekommen beim ersten Empfänger, der aussieht, als wäre er seit vielen Jahren obdachlos, ziehe ich für mich vorsichtig Bilanz: Notiz an mich – Vater befragen, was er mit so zwielichtigen Personen zu schaffen hat. Die Aufträge zur vollsten Zufriedenheit erledigt, will Vater mir nicht sagen, was es damit auf sich hatte. Skeptisch trolle ich mich und ziehe durch die Straßen.

Ein langweiliger Tag...
Plötzlich und unerwartet taucht ein Freund unserer Familie auf und informiert mich wild gestikulierend über die Festnahme meines Bruders und Vaters. Genaueres kann er mir nicht sagen... er brabbelt was von Verrat. Ich kann die Situation nicht einordnen und eile schnell wie der Wind nach Hause. Dort treffe ich meine äußerst verstörte Mutter samt Schwester an. Vater und Bruder wurden festgenommen und befinden sich im Gefängnis. Sie sollen an einem Hochverrat beteiligt gewesen sein und erwarten ihr Urteil. Niemand weiß, worum es eigentlich geht. Auf der Suche nach Antworten erklimme ich des Nachts den Gefängnisturm. Vater erklärt mir, die Briefe wären handfeste Beweise für eine Verschwörung gewesen und sollten zum gegebenen Zeitpunkt für einen Gegenschlags-Plan verwendet werden. Er bittet mich, einen der Empfänger aufzusuchen und um Hilfe bei der Anklage vor dem Richter auf dem Marktplatz zu bitten. Außerdem bewahrte er seit Jahren eine spezielle Rüstung in einer Truhe zu Hause auf, die ich mir holen und anlegen sollte. Gesagt, getan! So klopfe ich an die Tür des Helfenden, welcher mir sofort seine Unterstützung zusagt und mir versichert, die erhaltenen Dokumente meines Vaters werden unsere Familie entlasten. Sogar einen Schlafplatz bietet er mir an. Ein toller Mensch! Ich lehne dankend ab, renne in unser Haus und greife mir die Rüstung. Passt wie angegossen und steigert mein Sexappeal. Stunden später ist es soweit: Vater und meine anderen männlichen Familienangehörigen stehen auf dem Holzpodest vor einer aufgeregten Menschenansammlung – über ihnen hängen die geknoteten Seile; bereit zum Einsatz. Die Anklage wird vorgetragen – Gott sei Dank von meinem Helfer. Ich wiege mich in Sicherheit. Doch als er das Urteil verkündet, bricht meine Welt zusammen: „Schuldig! Sie werden gehenkt!“...Mein Vater kann`s kaum glauben, ruft ihm noch zu und erinnert ihn an die Dokumente, die er erhalten hat. Angeblich kann er sich daran nicht erinnern und straft meinen Vater als Lügner.

Es sollte der schwärzeste Tag meines jungen Lebens sein.

Niemals werde ich die schrecklichen Bilder vergessen: meine Familie mit dem Kopf in der Schlinge... ihre leblosen Körper leicht schwingend vor den Augen tausender Jubelnder. Verraten von angeblichen Freunden. Der Schock sitzt tief, ich kann es nicht realisieren. Von den Wachen erkannt und verfolgt flüchte ich über die Dächer der Stadt. Das Training mit meinem geliebten Bruder zahlt sich aus, ich bin schnell und sehr bald in Sicherheit, kehre Heim und finde nur noch meine Tante vor. Mutter und Schwester sind aus Todesangst in die Villa meines Onkels Monteriggioni geflüchtet und erbeten mein Nachkommen. Die Zeit ist reif, ich muss meine Ziele neu setzen. Vergeltung, Blutrache, Tod den Verrätern! Mein Weg ist klar: ich bin ein Assassine, weil ihr mich dazu gemacht habt! Sterbt!
So beginnt die erste Sequenz der Erinnerungen für Desmond im Animus 2.0. Wie auch im ersten Teil der erfolgreichen Mittelalter-Actionspiel-Reihe ist der eigentliche Protagonist ein durch Gedanken und elektronischen Hilfsmitteln wiederbelebter hübscher Assassine der Vergangenheit. Die Geschichte rund um den jungen Ezio Auditore fällt bei Teil 2 der geplanten Trilogie weitaus schwerer ins Gewicht. Musste man im Vorgänger bei jedem Kampf schnell um sein Leben fürchten und den damit verbundenen nervigen Neustart weitab der bereits erzielten Erfolge in Kauf nehmen, gehen die Prügeleien diesmal leichter von der Hand. Grund hierfür ist ein überarbeitetes Kampfsystem und die Vielzahl an neuen Möglichkeiten bezüglich der Waffen- und Rüstungswahl. Jedoch gilt es im Vorfeld jede Menge Schotter anzuhäufen. Sei es durch beklauen netter Bürger im Vorbeigehen, erledigen von Aufträgen wie Briefbote, Strassenrennen, Attentate oder das schlichte Befolgen der Hauptmission.

Ohne Moos nix los
Durch die Flucht Ezios und dessen Familie in die runtergekommene Monteriggioni Villa ergeben sich auch hier Gelegenheiten, schnell an viel Geld zu kommen. Kauft man in den bereisbaren Städten Waffen, Rüstungen und Bilder, werden diese Gegenstände in dafür vorgesehenen Ausstellungsräumen der Villa präsentiert und für Touristen zugänglich gemacht. Je mehr man dort ansammelt, desto höher werden die Einnahmen. Steigerbar sind die durch Ezios Schwester Claudia verwalteten Finanzen zusätzlich durch die Renovierung des Städtchens Monteriggioni, welche man beim Architekten in Auftrag geben kann.

Kunsthändler, Schmied, Arzt und Schneider geben nach Renovierung ihrer Geschäfte auch ordentlich Rabatte auf ihre Waren. Investiert man in Bordell, Minen, Kirche, Militärkaserne, Diebesgilde und Brunnen dienen die jeweiligen Anhänger im Verlauf des Spiels etwa als Helfer, Informanten und Versteckmöglichkeiten. So lassen sich beispielsweise Kurtisanen (Huren) als Ablenkung für Wachen anheuern, Söldnergruppen als Kampfunterstützung oder Mönche als Tarnung inmitten ihrer Gruppe.

Keine Helfer in der Nähe? Dann ab ins Heu oder einen Pavillon auf den Dächern der Häuser. Setzt man sich einfach mal faul auf eine Bank, ist die Tarnung ebenfalls perfekt. Alle 20 Minuten blinkt die Einnahmen-Anzeige im Hud auf. Sollte man knapp bei Kasse sein, einfach per Schnellreise-Station zurück in die Villa und die hart verdienten Florin aus der Truhe nehmen. Die aus Teil 1 bekannten Geldkisten sind auch dieses Mal wieder am Start. Kunsthändler halten hierfür sogar Schatzkarten bereit, die nach Erwerb alle Standorte der wertvollen Kisten in der jeweiligen Region angeben.
Wer kennt ihn nicht – den großen Meister der Malerei, Ingenieurskunst. Mechanik und Architektur – Leonardo da Vinci. Endlich mal ein Spiel, wo man sogar noch was lernen kann. Leonardo steht uns als Entschlüsseler der 30 Codex-Seiten, Konstrukteur der lustigen Flugmaschine und Ingenieur der Klingenapplikation zur Seite.
Achtung: in den Zwischensequenzen bitte nicht die Toilette aufsuchen oder wild mit dem Partner knutschen! Interagieren heißt das Zauberwort. In ausgewählten Zwischensequenzen dürfen wir durch vorgegebenes Knöpfchendrücken das Gespräch und die Handlung maßgeblich beeinflussen. So klopft man einem guten Freund auf die Schulter, strampelt nach der Geburt fröhlich mit allen Gliedern oder schlürft lecker-bekömmlichen Kaffee.

Hier ein paar Tipps zum Spielen!

Nehmt euch einen Zossen und erkundet auch die Welt zwischen den Städten. Hier gibt es noch allerlei Firlefanz zu entdecken. Von Federn (im ersten Teil mussten wir uns mit der mühsamen Sammlerei von Flaggen rumschlagen) über Schätze, bis hin zu unterirdischen Höhlen, in denen man Zugang zu weiteren Schätzen oder einem Assassinengrab finden kann. Die Gräber haben eine wichtige Funktion: schafft es über alle Hürden und landet in der Grabkammer, reißt das Siegel an euch und schaltet nach Erhalt aller 6 Siegel durch Anbringung an die 6 Statuen der Assassinen im Keller der Monteriggioni Villa die Rüstung von Altair aus Teil 1 frei.

Sammelt Statuen, drapiert diese auf den dafür vorgesehenen Sockeln rund um die Monteriggioni Villa und erhaltet weitere Florin zum ausgeben.

In allen Städten des Spiels findet man komische Zeichen, auch Glyphen genannt. Mit Y in den Adleraugenmodus gewechselt, stell man sich vor eine Glyphe und die Aktivierung beginnt. Darauf folgen tolle Rätsel, die es zu lösen gilt. Manche sind so komplex, dass man nach gewisser Zeit an seinem eigenen Verstand zweifelt. Geniale Idee, sehr fesselnd und auch da kann man noch ne Menge lernen. Ist die Lösung richtig, erhält man einen Passcode, gibt ihn ein und schaltet eine kleine Filmsequenz frei. Was das für einen Sinn hat? Findet es raus!

Wem die Rüstung des guten Ezios irgendwann zu langweilig erscheint, kann dem abhelfen: auf zum Schneider und für kleines Geld alles einfärben lassen.

Ein Feind ist euch zuwider? Wie wäre es mit einer fiesen Vergiftung? Der Arzt verkauft euch gern alles für und gegen die Gesundheit. Viel Spaß damit!

Da verrichtet man mal ein kleines Attentat auf einen Bösewicht, schon verfolgen die Wachen uns und wollen Rache. Flugs die Wände hochgeklettert und die Beine in die Hand genommen, raus aus dem Gefahrenkreis, anonymisieren. Unser Bekanntheitsgrad wird in leuchtendem Rot auf dem Bildschirm angezeigt und die Herolde der Stadt hetzen über unsere Missetaten, fordern die Bürger zur Mithilfe zur Erfassung des Täters auf. Kein Problem für uns: wir suchen die an Wänden angebrachten Steckbriefe und reißen sie einfach ab. Pro Steckbrief sinkt der Bekanntheitsgrad um genau 25%. Sind wir wieder komplett neutral, haben alle Herolde andere Themen zum Besten zu geben. Unter anderem wirkt Schafsurin und Rosmarin sehr gut gegen Hühneraugen. Werde ich bei Gelegenheit mal ausprobieren.

Grafik
Man sollte meinen, dass ein Action-Rollenspiel mit derartig großer Spielewelt grafisch doch etwas hinten ansteht. Dem Himmel sei Dank wurden wir eines Besseren belehrt. Jedes noch so kleine Detail wurde liebevoll dargestellt: jeder kleine Teller in den Regalen, jedes Material Ezios edler Rüstung, die perfekte Spiegelung der Deckenornamente auf dem Boden der Eingangshalle der Monteriggioni Villa, die Spiegelung im Kellergewölbe, das Spritzen des Wassers beim eintauchen ins flüssige Element, Wolken von unterschiedlicher Form, Größe, Farbe und Zuggeschwindigkeit, schaut man in die Ferne, verschwindet die Vegetation nicht etwa in dichtem Nebel, sondern gewährt Freiblick bis zum Horizont, Ezios Rüstung glänzt nass nach dem Schwimmen und verliert kleinste Wassertropfen, Sonnenstrahlen brechen sich durch im Winde wiegende Blätter exakt auf dem Boden... es bleiben einfach kaum Wünsche offen. Selbst der Tag-Nacht-Wechsel ist verdammt schön anzusehen und garantiert optisches Vergnügen. Einzig die pixeligen Übergänge der Texturen beim Todessprung aus unvorstellbaren Höhen gen Erdboden stören den nahezu perfekten WOW-Effekt etwas.
In perfekter Symbiose seiner muskelbepackten Glieder erklimmt Ezio geschmeidig wie eine Katze jedes noch so hohe Hindernis. Für mich als Frau macht s da natürlich besonders Spaß zuzuschauen. Dieser Mann ist Erotik pur... zumindest bis zum dreiviertel des Spiels. Dann trägt er leider Gottes einen ungepflegten 3-Tage-Bart. Schlecht! :D

Steuerung

Alles in allem geht jeder Move recht präzise von der Hand. Einige Befehle wurden vom Vorgänger 1:1 kopiert, viele Neuerungen kamen dazu. Knifflig wird's jedoch, wenn man den Wand-Seitsprung ausführen möchte. Besonders unvorteilhaft im Assassinengrab Santa Maria Della Visitazione. Wer sich bei den unzähligen Versuchen dort nicht wenigstens einmal geschworen hat, die Box aus dem Fenster zu werfen, dem wurde entweder eine Engelsgeduld in die Wiege gelegt oder er hatte guten Hochprozentigen zur Hand. Solange alles ruhig bleibt und man seines Weges schlendern kann, passt steuertechnisch alles gut zusammen. Wird's auf der Flucht aber mal irre hektisch, versagt unser Ezio beim schnellen Drücken auch mal gern. Was habe ich geflucht und gewettert, bis meine Untermieter mittels eines Besens gegen die Decke klopfend ihrem Unmut Luft machten. Ja, Ezio riss mich ganz schön mit.

Sound & SFX
Historische Klänge bezaubern mein zartes Ohr und entführen mich auch akustisch ins 15. Jahrhundert. Begeht man ein Kloster, hört man venezianische Gesänge und Gebete. Strahlt auch in gewisser Form Ehrfurcht aus. Wer wie ich bei den meisten Spielen den Sound abdreht, weils einfach nach einiger Zeit penetrant nervt, kann sich entspannt zurücklehnen: Assassins Creed ist so edel und unaufdringlich vertont, dass man am Ende des Spiels nicht mal mehr genau sagen kann, welche Musik über welche Sequenz gelegt wurde. Das Einzige, an was man sich erinnert, sind die Sounds der Klingen, galoppierenden Pferde über Holzbrücken, Rasen, durch Wasser oder über Stein und das hohe glitzer-klingen der Schätze, Federn und Glyphen. Liest sich blöd, ich weiß. Aber bei Assassins Creed 2 kann man glitzern auch hören. Verrückt!

Wissenswertes

Die spielbaren Städte Florenz und Venedig wurden originalgetreu und maßstabsgerecht für AC2 nachgestellt und programmiert.
Assassins Creed 2 wurde 2009 bei den Play´D Awards für die Kategorie "Bestes Action-Adventure 2009" nominiert und konnte sich im Januar 2010 gegen alle anderen Games durchsetzen.
Bisher sind 2 DLCs in aller Munde. Einer davon ist bereits auf dem Xbox-Marktplatz zu haben.
Weitere 4 Chancen auf einen oder mehrere Game Developers Choice Awards auf der Game Developers Conference in San Francisco (Kalifornien) hat unser Ezio auch noch: Bestes Gamedesign, beste Technik, beste visuelle Umsetzung und Spiel des Jahres. In diesen 4 von 13 Kategorien wurde Assassins Creed 2 nominiert. Ezio, ich drück dir die dicken Daumen!

Assassinīs Creed 2 - Xbox 360 Artworks

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Fazit
Wer schon früher gern mit Kreuzrittern spielte und sich heimlich in diese Zeit gewünscht hat, sollte Assassins Creed 2 als virtuell-historisches Prunkstück in seiner Spielesammlung haben. Diese einzigartige Kulisse, die Machenschaften der rivalisierenden Familien in Einheit mit atemberaubender Grafik und dem Know-How eines äußerst erotischen Assassinen fesselt für viele Stunden an die heißgeliebte Xbox.
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