
Wie überbrückt man am besten die schnöde Wartezeit zwischen dem zurückliegenden Fable 3 und dem kommenden Fable The Journey?Am besten mit Lionhead-Studios Arcade-Bonbon Fable Heroes. Ob das quietschbunte Mini-Universum Fans frohlocken lässt?
In Albion nichts Neues…
…oder wie könnte man das Gewohnte treffender umschreiben? Hammer, Garth, Reever, Sir Walter und weitere freispielbare Helden, der wundervollen märchen-schwangeren Fable Welt erwarten uns in optischem Puppentheaterstyle auf einem nett angelegtem Spielbrett. Von diesem Ausgangspunkt ziehen wir von Ort zu Ort, durchkämmen Bowerstone, Millfields oder Hobb-Höhlen – eine Reise in die Vergangenheit. Erinnerungen werden wach, wenn wir uns in Hack´n Slay Manier durch Hobbmassen prügeln, entartete Kürbisse zermalmen oder anderes Gesocks zur Hölle schicken. Zwar spartanisch designed, aber trotzdem mit unverkennbaren Albion-Merkmalen gespickt, macht die Levelszenerie augenblicklich Lust auf mehr.
Frustmomente in repliker Reminiszenz
Fable 3 punktete mit absoluter Freiheit. Fable Heroes kann damit nicht aufwarten, im Gegenteil hier gibt es Schlauchlevel mit nur einem Weg. Alles nicht so wild, wären da nicht visuelle Problemchen. Immer einen 3er Bulk KIs im Schlepptau bleibt die Übersichtlichkeit in Kampfszenen kurzerhand gänzlich auf der Strecke. Alle laufen wild durcheinander, man erkennt kaum, wo genau man sich gerade selbst befindet und ob Schwert und Pistole überhaupt die Widersacher treffen.
Nebst KI-Gewusel regnen aus erledigten Bösewichten inflationär Goldmünzen in allen Größen. Man fühlt sich wie bei Sterntaler und möchte eigentlich nur noch sein Röckchen heben. Schon ab 5 Gegnern ist es nicht mehr möglich in der Hitze des Gefechts den eigenen Standort auszumachen, geschweige denn effizient Taler zu ergattern. Normal sollte es anders sein, doch KI und Spieleheld obstruieren sich, wo es nur geht. Selbst in Kämpfen gegen wahrlich enervierend harte Bossgegner scheint es schwer möglich, den Durchblick zu behalten. Wer da nicht konsterniert das Weite sucht, verdient Respekt und Anerkennung.
Humor ist, wenn man trotzdem lacht
Sammeln ist das Maß aller Dinge. Am Ende eines jeden Levels landet die geklaubte Kohle auf eurem Konto. Wir werden zum Spielbrett á la Monopoly geleitet und dürfen Würfel schmeißen, augenzahlbedingt Felder rücken und uns dort eine der insgesamt 39 Fähigkeiten pro Spielfigur erkaufen. Da hier frei nach Zufallsprinzip entschieden wird, könnten sich die Stunden häufen, bis man alle Upgrades inne hat. Frustrierend! Spieler mit unendlicher Ausdauer werden es vermutlich sogar schaffen, nicht nur alle 39 freizuschalten, sondern anschließend noch Zugang zu den inneren Feldern auf dem Spielbrett zu erlangen. Na, ihr ahnt es schon? Genau! Noch mehr Zeugs zum kaufen. Wenn das mal nichts ist …
Entgegen aller Kritik hat Fable Heroes aber seinen ganz speziellen Spaßfaktor. Minispiele wie Lorenrennen, Bootsrennen, Hühnerkicken, Riesenpilzhäckseln oder Luftballonschießen bringen etwas Schwung in den tristen Alltag Albions. Außerdem sorgen kleinere Extras, wie das heranwachsen zu einem Riesen oder das Erlangen von Unsichtbarkeit nach dem Plündern einer Kiste für weitere Auflockerung.
| Fazit |
Wertung |
Ein echter Fable-Fan wird um diesen Titel kaum herumkommen. Zwar ist die Puppentheater-Grafik gewöhnungssache, entbehrt aber nicht der eigentlichen Grundlage. Niedliches Hack´n Slay mit unseren geliebten Helden Albions und der Möglichkeit, schon im Vorfeld einiges an Gold für das kommende Fable The Journey anzusparen.
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6 von 10 Sternen
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